Wie positiver Medienkonsum die Psyche stützt.

Über die Wirkung der aktuell von allen Seiten auf uns einprasselnden negativen Nachrichten sprach zuletzt bei der Veranstaltung der Salzburger Medienfrauen Arbeitspsychologin Birgit Artner vom Arbeitsmedizinischen Dienst (AMD) Salzburg. Sie erklärte u.a. das Phänomen Doomscrolling, wie es zu schaffen ist, auch mit negativen Nachrichten einen guten Umgang zu finden und welche Strategien zum Ausstieg zur Verfügung stehen.

„Es stimmt ja, im Moment werden wir geradezu überflutet mit negativen Neuigkeiten. Besonders die Themen Inflation, Teuerung, Hire Freeze (Aufnahmestopp, Nichtersetzen des natürlichen Abgangs, Anm.) in den Betrieben bis hin zu Kündigungswellen, die manche Branchen heimsuchen – das alles zerrt an unseren Nerven“, betont sie. Dabei ist es nötig, zu überprüfen, was denn wirklich stimmt und vor allem: welche Relevanz haben derartige News für meinen persönlichen Alltag.

Tatsache ist: 95 Prozent der Personen zwischen 16 und 74 nutzen das Internet, 77 Prozent davon mehrmals täglich, jüngere Menschen mehr als Ältere. Der exzessive negative Nachrichtenkonsum beeinträchtigt enorm, er verstärkt Ängste und depressive Symptomatiken. „Bereits zwei bis vier Minuten negativer Nachrichtenkonsum hat negative Effekte. Der Konsum von einer halben bis ganzen Stunde pro Tag zeigt nachweislich depressiv messbare Effekte, der ab zwei Stunden tatsächlich enorm steigt und das psychische Wohlbefinden beeinträchtigt“, berichtet sie aus der Forschung.

Wie ungesund ist der andauernde Konsum negativer Nachrichten? „Wie so oft im Leben, die Dosis macht das Gift“, erklärt die Psychologin. Sie rät dazu, sorgsam die Anzahl der heruntergeladenen Apps zu durchforsten und so viele als möglich zu löschen, ebenso alle Push-Nachrichten zu deaktivieren. Das verhindert die ständige Ablenkung, schützt vor Zeitverlust und dem Unterbrechen der Aufmerksamkeit.

Sie empfiehlt überdies, genau zu beobachten, wie viel Zeit jede/jeder auf den Social Media-Plattformen verbringt, die Bildschirmzeiten zu begrenzen, die eigenen Smartphone-Gewohnheiten zu hinterfragen und persönliche Grenzen zu definieren. „Gut wäre, den Fokus mehr auf informative und konstruktive Quellen zu legen, sich mehr auf ,gute’ Apps zu konzentrieren, lieber agieren statt zu reagieren, und vor allem zu definieren, welche Nachrichten mir selbst gut tun.“

Text und Fotos: Ricky Knoll