Warum wir Falschinformationen so leicht erliegen – und was wir dagegen tun können
Wie einfach sich heute künstliche Inhalte, Bilder und Videos produzieren lassen, wie schwierig die Entlarvung von Falschmeldungen ist und welche Folgen digitale Desinformation auf Plattformen wie X, Facebook oder Instagram bereits hat, darüber sprach am 11. November an der FH Salzburg in Puch/Urstein Prof. Dr. Clemens Havas. Mit seinem Team arbeitet er im Projekt TGuard an technologischen Lösungen zur Erkennung von Desinformation in sozialen Medien.
Havas führte vor Augen, wie rasant sich die Qualität künstlich erzeugter Bilder gesteigert hat: „Fünf Minuten reichen aus, um ein überzeugendes Fake-Bild zu generieren“, sagte er. Selbst Expertinnen und Experten lägen heute in rund einem Drittel der Fälle falsch, wenn sie entscheiden sollen, ob ein Bild real oder KI-basiert ist.
Besorgniserregend sei zudem, wie zurückhaltend große Social-Media-Plattformen gegen Desinformation vorgehen. Die Folgen sind längst sichtbar: Weltweit beeinflussen automatisierte Bots politische Debatten – und das schon deutlich länger, als vielen bewusst ist. Schätzungen zufolge stammen rund 20 Prozent aller Social-Media-Posts von solchen Programmen; rund um Wahlen oder andere politisch heikle Ereignisse kann dieser Anteil auf bis zu 50 Prozent steigen. Wie kann man sich also schützen? Havas empfiehlt einen einfachen, aber wirkungsvollen Schritt: Bevor man Inhalte liked oder teilt, einen kurzen Faktencheck machen.
Langfristig bleibt die Hoffnung, dass sich durch die Flut manipulativer oder künstlich erzeugter Inhalte wieder mehr Menschen verlässlich recherchierten Nachrichten klassischer Medien zuwenden.
Im Anschluss an den spannenden Vortrag bot sich den Besucherinnen noch die Gelegenheit, die informative Ausstellung 30 Jahre FH Salzburg zu besichtigen. Bei köstlichen Snacks und Getränken nutzten die Medienfrauen die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken. Herzlichen Dank für die Einladung an Medienfrau Karin Motzko, Leiterin für Kommunikation & Marketing an der FH Salzburg.
Text und Fotos: Angela Pletzer-Wörgötter
11. November 2025, FH Puch




