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Wenn Zeitungen Achterbahn fahren

Wie entsteht eine Zeitung, was hat sich technisch in den vergangenen Jahrzehnten getan und wie kommt das fertige Produkt zu den Lesern und Leserinnen?
Die Salzburger Medienfrauen waren am 6. März zu Gast bei den „Salzburger Nachrichten“ und erhielten von Thomas Reiner aus dem SN-Marketing Einblicke in den Zeitungsbetrieb und die Druckerei.

Im Medienunternehmen sind rund 300 Personen beschäftigt, davon zwischen 65 und 70 Redakteurinnen und Redakteure. Die mühsamen Zeiten von Bleisatz und Telex sind schon lange vorüber – heutzutage arbeiten die Journalistinnen und Journalisten alle am Computer oder sogar am iPad und verfassen Artikel für Print und Online. Eine speziell an die Bedürfnisse der SN angepasste Software ermöglicht es, alle Kanäle zu bedienen – egal ob Print, Online, Facebook oder Twitter. Auch die Anzeigen und die Kundendaten werden mit diesem Programm verwaltet.
 
Die Medienfrauen bekamen bei der SN-Hausführung bereits am Montagabend Einblicke in die Zeitung von morgen und waren in der anschließenden Führung in der SN-Druckerei live beim ersten Andruck des Abends um kurz nach 20 Uhr dabei. Die speziell für die SN angefertigte Maschine druckt zwölf Zeitungen pro Sekunde – schneller als es das menschliche Auge verfolgen kann. Auch das Falten und das Einlegen der Beilagen funktioniert automatisch. Zum Trocknen fahren die gedruckten Zeitungen wie auf einer Achterbahn auf langen Schienen durch die Halle der Druckerei.
 
Auf die vielen Fragen der Medienfrauen fand SN-Mitarbeiter Thomas Reiner stets eine passende Antwort. So erfuhren die anwesenden Journalistinnen und PR-Frauen beispielsweise, warum die SN mit dem Slogan „Die interessanteste Zeitung Österreichs“ werben: Eine Ausgabe der SN wird im Schnitt 46 Minuten lang gelesen. An Wochentagen beträgt die Lesedauer 40 Minuten pro Ausgabe, am Wochenende beträgt die Lesedauer sogar 61 Minuten. „Das ist die zweithöchste Lesedauer in ganz Europa“, erklärte Thomas Reiner. Dieser Wert wurde in einem ReaderScan-Test im Jahr 2013 ermittelt. Bei dieser Studie lesen die Leserinnen und Leser die Artikel mit einer Art digitalem Leuchtstift. Für die Zeitung ist daher genau nachvollziehbar, was die Studienteilnehmer lesen und wie viel Zeit sie dem Produkt widmen. „Eine höhere Lesedauer bei den am ReaderScan teilnehmenden Zeitungen hat nur die Süddeutsche Zeitung“, berichtete SN-Verlagsforscher Hans Paischer.
Mit der frisch gedruckten SN-Ausgabe unterm Arm stießen die Medienfrauen zum Abschluss im hauseigenen „Restaurant Sabunari“ mit Glas Sekt auf die Hausführung an.
 
Text: Karin Portenkirchner
Fotos: Tanja Gratzer


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