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Mentoring-FAQ
• Was ist Mentoring?
Mentoring ist ein berufsbegleitender Prozess, in dem eine erfahrene Person die Entwicklung einer lernwilligen Person unterstützt. In einer geschützten Beziehung - geprägt durch Respekt und Vertrauen - können potenzielle Fähigkeiten und neue Kompetenzen entwickelt werden. Aktuelle Themen aus dem beruflichen Alltag werden analysiert und diskutiert. Dabei ist zu beachten, dass in einer Mentoring-Beziehung beide Partnerinnen gleichberechtigt sind. Beim Mentoring handelt es sich um eine so genannte "Win-Win-Situation". Ob Mentorin oder Mentee - durch Mentoring können beide interessante neue Perspektiven für ihre Karriere entdecken.
• Welche Voraussetzungen braucht eine Mentorin?
Neben beruflicher Erfahrung zählt die Kommunikationsfähigkeit. Nachdem die Grundidee des Mentorings das Lernen aus den Erfahrungen anderer ist, benötigt die Mentorin die Bereitschaft, offen und aus eigenem Antrieb über berufliche und persönliche Erfahrungen zu sprechen. Dazu gehören auch Misserfolge. Denn die Fehler und Probleme, mit denen die Mentorin konfrontiert war, können wichtige Hinweise für die Mentee sein. Eine Mentorin sollte eine Mentee nicht bevormunden. Ebenso ist die Fähigkeit des Zuhören- und Schweigen-Könnens gefragt. Speziell dann, wenn erkennbar wird, dass sich die Mentee vorgefertigte Lösungen erwartet. Vielfach wird geglaubt, Mentoring sei nur eine Weitergabe von Rezepten. Professionelles Mentoring ist jedoch ein lang andauernder Prozess, in dem die Mentorin die Mentee ermutigt, einen individuellen Karriereweg zu finden. Dies geschieht durch intensive Diskussionen, die zum Nachdenken anregen.
• Welche Aufgaben hat eine Mentorin zu erfüllen?
Wichtig ist, die Mentee motivieren zu können. Vor allem dann, wenn es darum geht, innere und äußere Barrieren zu überwinden. Ist einmal ein Vertrauensverhältnis zwischen Mentee und Mentorin aufgebaut, zählt es zu den Aufgaben einer Mentorin, die Mentee in eigene Netzwerke einzuführen und ihr Türen zu öffnen. Bildlich ausgedrückt bedeutet die Rolle der Mentorin: Die Karriere-Leiter prüfen, ob sie sicher steht und am richtigen Stockwerk angelegt ist. Klettern muss dann die Mentee allein.
• Welche Fähigkeiten brauchen Mentees?
Eine Mentee sollte kommunikativ, verlässlich und offen für Veränderungen sein. Wichtig ist auch das Bewusstsein, dass Mentoring nicht automatisch mit einem Karrieresprung verbunden ist, sondern nur ein Baustein in der gesamten Karriereplanung sein kann.
•Welche Aufgaben hat eine Mentee zu erfüllen?
Die Mentee hat eine Holschuld und trägt somit selbst die Verantwortung dafür, was sie in der Mentoring-Partnerschaft lernt. Sie sollte die Mentoring-Phase fürs Lernen und Experimentieren nutzen. Die Mentee ist verantwortlich für die Vorbereitung der Gespräche und Kontakte. Sie sollte diszipliniert mit der Zeit der Mentorin umgehen. Thematisiert wird alles rund um die persönliche und berufliche Entwicklung.
• Welche Gestaltungsmöglichkeiten bietet Mentoring?
Neben regelmäßigen Gesprächen bieten sich auch gemeinsame Besuche von Veranstaltungen an. Die Mentorin hilft beim Kontakte-Knüpfen und öffnet den Zugang zu den eigenen Netzwerken. Oder sie vermittelt der Mentee ein Praktikum. Beim "Shadowing" begleitet die Mentee die Mentorin im Arbeitsalltag.
• Wo liegen die Vorteile für die Mentorin?
Die Mentorin kann in der Mentoring-Beziehung ihre eigenen sozialen Kompetenzen trainieren. Sie erhält im Mentoring-Prozess Impulse für ihre eigene Arbeit und kann auch die Mentee bitten, sie in bestimmten Fragen zu beraten oder ihr Feedback zu geben. Dadurch bekommt sie die Möglichkeit neue Perspektiven einzunehmen und kann ihren eigenen bisherigen Werdegang reflektieren. Neben der Freude an der Weiterentwicklung der Mentee beschert die Funktion einer Mentorin letztendlich auch einen Imagegewinn.
• Wo liegen die Vorteile für die Mentee?
Die Mentee kann nach einer Mentoring-Beziehung ihre persönlichen und beruflichen Fähigkeiten besser einschätzen. Durch Mentoring werden ihre Kompetenzen sichtbar und die Arbeitsmotivation wächst. Die Mentee erlernt beruflich relevante Spielregeln und erhält offenes Feedback. Sie gewinnt an Selbstsicherheit. Sowohl Mentorin als auch Mentee erweitern durch den Mentoring-Prozess ihren Horizont.
• Was sind typische Anlässe für Mentoring?
Besonders in Phasen, die eine Neuorientierung erfordern, ist Mentoring eine willkommene Unterstützung: Berufseinstieg, -umstieg oder -aufstieg. Aber nicht nur eine berufliche, sondern auch eine räumliche Änderung (Umzug) ist ein Anlass, um eine Mentoring-Betreuung zu beanspruchen. Ideal ist Mentoring auch für Frauen, die wegen Kinderbetreuung ihre Berufslaufbahn unterbrochen haben und einen Wiedereinstieg planen. Mentoring hilft nicht nur Betroffenen, berufliche Krisenzeiten besser zu bewältigen, es eignet sich auch als flexibles Instrument der Frauenförderung in Institutionen und Unternehmen.
© Gabriela Oberzill
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